Tablett an Tablett gereiht, schiebt
sich Plastik an den Eisenstangen in Richtung Essensausgabe
nebeneinander voran und lässt quietschende Geräusche ertönen,
genau wie die Stuhlbeine auf den kalten Fliesen der Kantine. Es wird
hin- und her gerutscht. Sich über die vergangenen Arbeits- und
Schulungsstunden unterhalten. Alle in Uniform. Alle, außer ich.
Ein langer, kalter Gang liegt vor mir,
das Ende ist zugleich das, der Essensschlange. Sich einen Teller zu
nehmen, anzustellen und den Küchendamen ganz laut mit „Mahlzeit!“
zurück zu grüßen, wurde mir mit Augengezwinker geraten. Auf der
linken und rechten Seite des Flurs stehen junge Polizisten, die
allesamt auf ihr Essen warten. Alle groß, der eine mal mehr, als der
andere, muskulös, aber trotzdem keiner zu dünn. Die Frisuren sind
frisch nach hinten gegeelt. Die Krawatten sitzen perfekt. Ich wundere
mich, ob das das Thema gleich in der ersten Stunde hier ist.
Krawattenbinden. Ohnehin frage ich mich, warum alle hier so gut
aussehen. Bin ich in der falschen Abteilung gelandet? Bin ich gerade,
anstatt in einer Polizeischule, bei einem Casting für Calvin Klein?
Sucht man hier Leute, die sich auf Junggesellinenabschieden als Cop
ausgeben, die sich erst über die laute Musik beschweren und sich
dann ausziehen, um sich von der zukünftigen Braut Schokosahne vom
Bauch lecken zu lassen, wie in diesen Amerikanischen Filmen? Oder hab
ich Pech, und das hier ist gerade alles echt.
Zögernd laufe ich den Gang entlang,
werde von allen Seiten von den jungen Männern gemustert. So viele
schöne Augenpaare, alle auf einmal, obwohl ich doch eigentlich gar
nicht auffallen wollte. Schwer, hier als einzige in Jeans, während
man überall nur dunkelgrün und ein verwaschenes braun an Körpern
hängen sieht.
Ich finde einen Platz inmitten des
grauen, hohen Saals, irgendwo zwischen anderen Uniformierten. „Wenn
du fragen hast, frag uns einfach. Und so viel älter als du sind wir
hier ja auch nicht, kannst uns also auch ruhig duzen“ meint einer
mit vollem Mund, in den er sich gerade Nudeln mit Putensteak und
irgendeiner gelblich, braunen Currysauce geschoben hat. Ich nicke und
nippe an meinem Eistee, den ich mir vorne am Automaten in eine Tasse
hab füllen lassen. Gläser waren leider aus. Sieht ganz schön
bescheuert aus. „Was solls, Tee ist Tee.“ grinst mein Gegenüber
und stößt mit seiner Colaflasche an. Ich fühle mich wohl, so
langsam, auch wenn ich nie zur Polizei gehen würde. Aber die
Kollegen wären da schonmal nett. Netter, als ich erwartet habe. Und
zwischen all dem Trubel bin ich gewollt, zu fragen: „Wann habt ihr
Zeit für Tumblr? Wo feilt ihr an Tweets, die genau so genial, wie
misanthropisch sind? Und wo zur Hölle prokrastiniert ihr?“
oha, echt? ich hätte nicht damit gerechnet. dein blog ist einfach.. wow. jeder kennt ihn und der ist richtig gut :)
AntwortenLöschenEhrgeiz ist wirklich toll, wenn man weiß was man will und das anstreben kann, aber dieses treiben als sei ich ein Tier, als wäre ich eine Maschine und könnte nur gut sein wenn man mich antreibt.
Das komische an der Sache ist, das ich früher immer nur fünfen hatte, wenn ich eine vier hatte war das der hammer, aber jetzt ist eine zwei nicht ausreichend. Und auch bei anderen finde ich dreien und vieren völlig okay, nur bei mir ist das alles wieder ein einziger Fehler..
danke , danke , danke. ich hab mich richtig über deinen kommentar gefreut. ich liebe deinen blog und wie gesagt habe mich dann einfach sehr gefreut :-)
AntwortenLöschenes macht mir total spaß deine post's zu lesen weil es mich einfach anspricht und dann noch das geniale design.
und was die musik in meiner playlist angeht , die is eigentlich auch nicht so meine musikrichtung. aber irgendwie hab ich die mal auf einem tumblr blog gefunden und es hat mich seltsamer weise berührt.
du scheinst ebenfalls sehr sympatisch und auch ich würde dich gerne kennen lernen c:
liebe grüße (-:
http://stilllookingforhappiness.blogspot.de/
Toller Blog und tolle Texte! Bin beeindruckt! (Nicht sarkastisch, sondern wirklich.)
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